Schuh’n lay – das sensomotorische Einlagensystem mit Klett-Technik

3. Fachliche Bewertung

Durch Schuh'n lay erfolgt aus neurologischorthopädischer Sicht eine funktionelle/biomechanische/ neurologische Korrektur des veränderten Fußbereiches. Durch verschiedene Untersuchungen ist belegt, dass dies die nachhaltigste Art ist eine therapeutische Änderung am Fuß umzusetzen. Während die bisherigen Einlagentypen durch ihre Schalenformen bzw. durch die festen Materialien rein passiv/mechanisch wirken, erfolgt die Korrektur bei Schuh'n lay durch ein aktives Funktionsprinzip.

Vergleichbar mit dem Vorgang "Ein Stein im Schuh" verändert der Patient aktiv die Abroll- und Belastungsmechanismen. Durch diese aktive Änderung - der Patient weicht dem Druckpunkt aus - erfolgt eine:

» Korrektur des Gangbildes.
» Muskulatur wird geschult bzw. gekräftigt.
» Der konstante Stimulus führt über einen längeren Zeitrahmen zu einer Abspeicherung im Bereich des Kleinhirns.
» Es erfolgt eine Adaption der bindegewebigen Strukturen an die neue Situation.

Nur multifaktorielle Reize, bestehend aus mechanischen (Druck), muskulären und neuronalen (propriozeptiven) Stimuli, führen zu einer „Umprogrammierung“ der neuronalen Steuerzentren und der Anpassung muskulärer und bindegewebiger Strukturen (Kapsel- und Bandapparat, Faszien etc.). Dies kann aber nur über Reize erfolgen, welche eine mittlere bis hohe Intensität besitzen und über einen längeren Zeitrahmen auf den Körper einwirken. Am erfolgreichsten sind die beschriebenen multiplen Reize. Und genau diese Forderung erfüllt das neuartig konzipierte Einlagensystem. Um die Reize dem Patienten anpassen zu können verfügt es über diverse Materialien in mehreren Härtegraden und Materialstärken. Durch ein einfaches Klettsystem sind die unterschiedlichen Höhen- bzw. Härtegrade schnell und ohne relevante Kosten austauschbar. Dadurch ist eine wesentliche Forderung aus der Praxis industriell und anwenderfreundlich umgesetzt worden.

Die Einlage kann stufenweise bis zur endgültigen Höhe den physiologischen Bedürfnissen des Patienten angepasst werden.

Joachim Winter, Offenburg